You are on the English websiteSie befinden sich auf der deutschen WebsiteWe do not provide this content in your preferred language
You are on the German website, you can use the switch to switch to the English oneSie befinden sich auf der englischen Website, Sie können mit dem Schalter auf die deutsche Website wechselnYou can use the switch to switch to the another available language if you want
Eine Massenkarambolage auf der Autobahn, eine Überschwemmung oder ein Schwächeanfall auf einem Rockkonzert - Menschen in Not können sich auf die Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) verlassen.
Die 160.000 ehrenamtlichen Helfer der Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes sind auf alle Arten von Notfälle und Einsätze vorbereitet. Sie tragen ihren Teil zum reibungslosen Ablauf der geschlossenen DRK-Hilfekette aus Beratung, Vorsorge, Rettung, Betreuung, Pflege und Nachsorge für die Menschen in Deutschland bei.
Die Einsatzeinheit (EE) im Kreis Herford
Um Großschadensereignisse bewältigen zu können, werden im Kreis Herford vier Einsatzeinheiten vorgehalten. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Rettung und Versorgung von Verletzten und Betroffenen und der Aufbau und das Betreiben einer Verletztenablage.
Die Personalstärke der Einsatzeinheit beträgt 33 Einsatzkräfte. Zu jeder Einsatzeinheit gehört ein Arzt. Der Arzt muss die Qualifikation zum Notarzt ("Fachkundenachweis Rettungsdienst") besitzen. Eine personelle Zweitbesetzung der Einsatzeinheit ist mindestens zu gewährleisten.
Untersuchungen von Schadensereignissen unterhalb der Katastrophenschutzschwelle in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass es in kürzester Zeit zu einer großen Zahl hilfebedürftiger verletzter und unverletzter Personen kommt. Der Rettungsdienst konzentriert sich vorrangig auf die Versorgung von Notfallpatienten und deren Transport in die Kliniken.
Da der Rettungsdienst prinzipiell (entsprechend der DIN) für den individuellen Notfall ausgestattet ist, reicht die Ausstattung eines Rettungstransportwagens (RTW) oder Krankentransportwagens (KTW) in der Regel nur für die Versorgung eines Notfallpatienten aus. Insbesondere mangelt es bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) an Material, wie Tragen, Decken, Infusionen, Medikamenten, Ruhigstellungsmaterial und Sauerstoff. Außerdem verfügt der Rettungsdienst über keinerlei Möglichkeiten, bei schlechter Witterung z.B. einen überdachten Verbandplatz (Zelt) oder bei Dunkelheit Beleuchtung zu schaffen. Die Einsatzeinheit schließt diese Versorgungslücke.
Die Komponenten der Einsatzeinheit
Der Führungstrupp
Zusammensetzung: Führungstrupp
Der Führungstrupp (Zugtrupp) dient der Führung der DRK-Einsatzeinheit bei Sanitäts-, als auch bei Betreuungseinsätzen und besteht neben dem Zugführer und seinem Stellvertreter aus einem Arzt und einem Führungshelfer für den Bereich der Kommunikation (Sprechfunk usw.). Der Zugführer führt die Einsatzeinheit taktisch. In diesem Rahmen veranlasst der Zugführer mit Unterstützung seines Führungstrupps die Umsetzung der von der Einsatzleitung angewiesenen Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren.
Dabei hat der Führungstrupp zunächst den Auftrag, die Lage schnell zu erfassen und zu beurteilen. Daraus resultiert die Koordination der Gruppen der Einsatzeinheit. Die Gruppenführer führen ihre Gruppen technisch eigenverantwortlich nach Auftragserteilung durch den Zugführer.
Der Führungstrupp
stellt die Kommunikation und Kooperation mit der übergeordneten Führungsstelle und benachbarten Einheiten sicher, nimmt Einsatzaufträge entgegen und informiert über Lageentwicklung und Einsatzabwicklung
nimmt die Feststellung und Beurteilung der Lage im Einsatzbereich der Einsatzeinheit vor
regelt den sanitäts- und betreuungsdienstlichen Einsatz unter Beratung der Fach- und Führungskräfte
erteilt Aufträge an die Gruppen der Einsatzeinheit und kontrolliert die Durchführung
sorgt für die Sicherheit im Einsatz mit Unterstützung der Fach- und Führungskräfte
trägt Sorge für die Verstärkung, Ergänzung und Ablösung der Einsatzeinheit bzw. von Teileinheiten
Die Sanitätsgruppe
Zusammensetzung: Sanitätsgruppe
Aufgrund der notfallmedizinischen Entwicklung des Rettungsdienstes hat sich die Aufgabenstellung des Sanitätsdienstes in den vergangenen Jahren geändert.
Bei Ereignissen mit Personenschäden wird die Rettungsdienstleitstelle je nach dem Ausmaß der Schadenslage - entsprechend den festgelegten Alarmierungs- und Einsatzvorgaben - alle zur Verfügung stehenden eigenen Rettungsmittel, ggf. Rettungsmittel benachbarter Rettungswachen, rettungsdienstlichen Schnelleinsatzgruppen und den Luftrettungsdienst alarmieren und einsetzen. Es ist davon auszugehen, dass die primäre Versorgung von Verletzten durch rettungsdienstliches Personal begonnen wird. Ein "Leitender Notarzt" (LNA) hat die medizinische Einsatzleitung und bestimmt mit dem organisatorischen Leiter (OrgL) den Einsatz der Rettungsmittel. Damit kommt der Sanitätsgruppe im wesentlichen eine verstärkende und ergänzende Funktion zu.
Die Sanitätsgruppe sichert Veranstaltungen sanitätsdienstlich ab und unterstützt den Rettungsdienst bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) bzw. Großschadensereignissen durch die Bereitstellung von Personal und Material.
führt dringend benötigtes Material wie Tragen, Decken, Infusionen, Sauerstoffgeräte, Verbandstoffe usw. an die Einsatzstelle und unterstützt die Notärzte und das Rettungsdienstpersonal - soweit notwendig - bei der Versorgung der Verletzten (Herstellen und Aufrechterhaltung der Transportfähigkeit)
schafft - je nach Notwendigkeit - die erforderlichen Infrastrukturen an der Einsatzstelle durch Einrichten eines Verbandplatzes
sucht ggf. Verletzte und führt deren Erstversorgung durch
übernimmt erstversorgte Verletzte, z.B. von Verletztenablagen und bringt diese zum Verbandplatz
versorgt und betreut Verletzte und Kranke bis zu deren Abtransport in die Klinik
versorgt die leicht verletzten Betroffenen und sorgt so für eine Entlastung des Rettungsdienstes, der Notärzte und der Krankenhäuser
übernimmt die medizinische Versorgung kontaminierter Verletzter und führt die behelfsmäßige Dekontamination durch
nimmt unverletzte Betroffene in ihre Obhut und betreut ggf. bis zur Übergabe an die Betreuungsgruppe
sorgt für die Registrierung und Dokumentation
Sanitätslage
Die Personalstärke und die Ausstattung der Sanitätsgruppe der Einsatzeinheit ist für die Versorgung von 20 Verletzten ausgelegt. In Zusammenarbeit mit einem Notarzt des Rettungsdienstes, zwei RTW- und einer KTW-Besatzung versorgen der Arzt und die neun Helfer der Sanitätsgruppe der Einsatzeinheit
2 - 3 schwerverletzte Personen (Behandlungspriorität mit anschließender Transportpriorität, u.a. Infusions- und Intubationstherapie),
4 - 5 mittelschwer verletzte Personen (Behandlungspriorität aber keine Transportpriorität) und
12 leichtverletzte Personen (keine Behandlungs- und Transportpriorität).
Bei einer großen Zahl verletzter Personen haben die sanitätsdienstlichen Aufgaben Vorrang. Daher werden alle Helferinnen und Helfer der Einsatzeinheit zunächst sanitätsdienstlich tätig.
Die Betreuungsgruppe
Zusammensetzung: Betreuungsgruppe
Schadensereignisse lassen sich aufgrund Ihrer Komplexität sehr selten nur einem Fachdienst zuordnen. Fast immer sind die Menschen individuell unterschiedlich von einem Unglücksfall betroffen. Nicht alle Betroffenen sind verletzt und werden daher auch nicht vom Rettungsdienst und Sanitätsdienst versorgt und in ein Krankenhaus gebracht.
Das Deutsche Rote Kreuz wird zukünftig auch die Betreuungsgruppe zeitnah in die Hilfeleistung bei allen Schadensereignissen einbeziehen. Die Betreuungsgruppe soll spätestens eine Stunde nach Eintritt eines Schadensereignisses an der Einsatzstelle eintreffen.
Die Betreuungsgruppe
leistet den Betroffenen überall dort Hilfe, wo sie sich aufgrund der Situation aus eigenem Vermögen nicht selbst helfen können
betreut und versorgt hilfebedürftige Menschen mit lebensnotwendigen Versorgungsgütern
sorgt für Verpflegung und vorläufige, vorübergehende Unterbringung von Betroffenen
sichert die sozialen Belange der Betroffenen
Betreuungslage
Der Betreuungsdienst ist so ausgelegt, dass durch ihn allein ca. 100 betreuungsbedürftige Personen versorgt und betreut werden können.
Sind aufgrund des Schadensereignisses und der Situation an der Einsatzstelle überwiegend Betreuungsaufgaben zu erfüllen, werden diese von der gesamten Einsatzeinheit durchgeführt. Die gesamte Einsatzeinheit kann bis zu 500 Personen, je nach notwendiger Betreuungsintensität, unterbringen, verpflegen und sozial betreuen.
Der Techniktrupp
Zusammensetzung: Techniktrupp
Der Techniktrupp der DRK-Einsatzeinheit gewährleistet die technische Unterstützung der Sanitätsdienst- und Betreuungsgruppen und übernimmt die sicherheitstechnische Absicherung der gesamten Einheit im Einsatz (ggf. in Abstimmung mit anderen Organisationen, z.B. Feuerwehr oder THW).
Der Techniktrupp
verrichtet handwerklich-technische Tätigkeiten mit entsprechendem Werkzeugen und Hilfsmitteln
errichtet Zelte
errichtet und betreibt sicherheitsgerecht technische Geräte und Anlagen (z.B. Notstromversorgung, Beleuchtung, Zeltheizgeräte)
überwacht die technischen Geräte während des laufenden Betriebes
wirkt bei der Logistik der gesamten Einheit mit
überwacht den geeigneten Atem- und Körperschutz der Einsatzkräfte
bietet technische Unterstützung bei der Personendekontamination
berät die Einheit fachlich bei Unfällen mit chemischen oder radiologischen Stoffen
führt technische Maßnahmen zum Schutze der Einheit bei Unfällen mit Gefahrstoffen durch
Über die technischen Tätigkeiten hinaus überwacht der Techniktrupp die Einhaltung der gesetzlichen Arbeitsschutzvorschriften, der Unfallverhütungsvorschriften und anderer Sicherheitsvorschriften.
Zusammenarbeit innerhalb der Einsatzeinheit
Die Helferinnen und Helfer der Sanitäts- und der Betreuungsgruppe unterstützen sich gegenseitig. Dadurch können die Versorgungskapazitäten erhöht werden. Der Techniktrupp gewährleistet die bedarfsgerechte Unterstützung der anderen Gruppen, so dass - auch bei widrigen äußeren Bedingungen - durch den Aufbau von Zelten und durch die Einrichtung von Beleuchtung und Heizung die Versorgungsmöglichkeiten an der Einsatzstelle entscheidend verbessert werden können.
Bei besonderen Schadenslagen müssen ggf. vorübergehend spezielle Trupps gebildet werden. Beispielsweise wird bei chemischen oder radiologischen Gefahren und zur Personendekontamination ein Trupp aus den Gefahrschutzhelfern der Teileinheiten gebildet.